Bogenklassen

Man kann Bögen in viele Klassen und Unterklassen unterteilen und, besonders bei den Schiessklassen, schnell den Überblick verlieren. Z.b. kann man einen Recurvebogen als Barebow oder als Olympischer Bogen schiessen, je nach dem ob mit oder ohne Visierung und Balancegewichten geschossen wird oder nicht. Die Klassifizierung ist deshalb wichtig, weil Turniere nach diesen Klassen geschossen werden. Grundsätzlich lassen sich Bögen in die drei Gruppen Recurve, Langbogen oder Compoundbogen unterteilen. Ein Recurvebogen ist ein "zurückgebogener" Bogen, bei welchem die Sehne in aufgespanntem, aber nicht aufgezogenen Zustand an den Enden die Wurfame berührt. Ein Langbogen wird dadurch definiert, dass die Sehne im selbigen Zustand die Wurfamre / den Bogenbach eben nicht berührt und unter Compound werden Bögen zusammengefasst, welche über ein mechanisches Seilzugsystem verfügen, welche das Auszugsgewicht im Vollauszug bis zu 80% reduzieren (Letoff).

Recurvebogen

Unter Recurvebogen werden alle Bogen zusammengefasst, bei denen die Wurfarme nach hinten gebogen, also re- gecurvt, sind. Dabei muss laut Reglement die Sehne, in aufgespanntem aber nicht aufgezogenen Zustand, die Wurfarme berühren. ist dies nicht der Fall, redet man von einem Langbogen. Die meisten sog. Hybridbögen fallen unter die Kategorie der Langbögen, da dort die Sehne den Bogenbauch nicht berührt, obschon die Wurfarme im Prinzip leicht gecurvt sind. Hybridbögen gelten als schneller als reine Langbögen. Die Recurvebögen untereinander unterscheidet man durch Art der Pfeilauflage, Vorhandensein einer Visiervorrichtung und / oder Ausgleichsgewichten, Konstruktiiv (Einteilig, Mehrteilig) und Systematisch nach Schiessystem.

Olympischer Recurvebogen

Der bekannteste unter den Recurvebögen ist sicher der Olympische Recurvebogen, übrigens derjenige, welcher leider fast ausschliesslich bei Sportanlässen im TV zu sehen ist. Der Name ist hier Programm, olympisch wird mit einem Recurvebogen mit Visierung und Ausgleichsgewichten auf 70m geschossen. Der Pfeil liegt wird hierbei von einer Pfeilauflage getragen und oft mit einem sog. "Klicker" im Auszug begrenzt. Die meisten "Einsteigerbögen" sind zwar nicht vollwertige, olympische Bögen, kommen diesen aber in Konstruktion und Handhabung am nächsten, da sie oft über Pfeilauflagen geshossen werden und an vielen Modellen zus. Gewichte und Visierungen angebracht werden könnten.

Takedown Recurve

Als Takedown wird ein Bogen bezeichnet, wenn er zerlegbar ist, dass heisst die Wurfarme sind mit Schrauben oder einem Klick-System mit dem Mittelteil verbunden. Gelegentlich sieht man Stecksysteme, bei welchem auch Langbögen aus zwei Teilen zusammengesteckt werden. Im Prinzip fallen die Olympischen Bögen ebenfalls unter diese Kategorie, da die Wurfarme austauschbar sind. Mit Takedown ist meist ein dreiteiliger Recurvebogen gemeint, welcher als Barebow, also ohne Visierung, geschossen wird. Die Vorteile von Takedownbögen sind einerseits geringere Packmasse durch die Zerlegung in drei Hauptbestandteile (Wurfam oben, unten, Mittelteil) und die Option, die Wurfarme in Gewicht und Grösse gegen andere auszutauschen. Letzteres ist besonders bei Einsteigern beliebt und empfehlenswert, da das Gewicht (Die Kraft in britischen Pfund welche es braucht, den Bogen ganz, resp. auf 28Zoll, auszuziehen) kontinuierlich in Schritten erhöht werden kann ohne sich gleich einen neuen Bogen kaufen zu müssen.

Ich würde mal schätzen, dass die meisten Bögen heute als Takedown ausgeführt sind, da diese "Kategorie" wahrscheinlich am Vielseitigsten ist.


Weitere Recurves

Nebst dem klassischen Langbogen haben auch Reiterbögen eine lange Tradition. Reiterbögen sind stark gecurvte Bögen mit einer relativ kleinen Gesammtlänge (Von Ende Wurfarm bis Ende Wurfarm, aufgespannt gemessen). Wie der Name schon sagt, werden diese Bögen von Reitern verwendet. Da auf dem Pferd ein Langer Besenstiel in jedem Fall hinderlich ist, wurden diese Bögen mit dem Ziel entwickelt, den Bogen möglichst klein bei möglichst grosser Leistung zu halten. Da sich die Reiterbögen von der Art und der Funktion nur wenig unterscheiden, wird hier nach Herkunft unterschieden. Die bekanntesten unter den Reiterbögen sind sicher die türkischen-, die ungarischen-  und zuammengefasst die asiatischen Reiterbögen. Auch wenn heute Niemand mehr vom Rücken eines Pferdes Pfeile in der Welt umherschleudert, erfreuen sich Reiterbögen besonders unter den traditionellen Schützen einer gewissen Beliebtheit. Auch wenn sie nicht so stark vertreten sind wie der "klassische" Takedown Recurve trifft man doch immer mal wieder einen Schützen an einem 3D Turnier. Das erstaunliche ist wirklich, was diese oft wirklich "härzigen Bögeli" zu leisten vermögen. In Punkto Zuggewichten und Pfeilgeschwindigkeiten stehen diese "normalen" Recurves im nichts nach. Im Gegenteil, durch den starken Recurve erhält der Pfeil beim Abschuss noch einen extra-Boost und die Geschwindigkeiten sind dann, im Verhältnis zum Zuggewicht, beachtlich.

Einteilige Recurves sind meistens aus Holz in Kombination mit Fasern (Glas, Carbon etc.) laminiert. Aufgespannt sind sie manchmal kaum von einem Takedown zu unterscheiden, in Handhabung und Leistung vergleichbar, bloss an einem Stück.